Der Klinikbetreiber HSK Rhein-Main und die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft unterstützen chronisch kranke Menschen mit ihrem Projekt WohnSelbst. Es soll Senioren ermöglichen, gesund und länger in der eigenen Wohnung leben zu können. Das Pilotprojekt in Wiesbaden läuft bis Ende 2012 und soll anschließend bundesweit angeboten werden. Mit diesem Projekt übernimmt ein Wohnungsbauunternehmen erstmalig eine Vorreiterrolle bei einem telemedizinischen Projekt.
Das Projekt WohnSelbst soll vor allem ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen darin unterstützen, dass sie länger in den eigenen vier Wänden leben können. Menschen mit Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Diabetes in Kombination mit Adipositas und auch Menschen mit Risikoanzeichen für diese Krankheiten gehören zur Zielgruppe.
Ab sofort können sich GWW-Mieterinnen und -Mieter für das telemedizinische Pilotprojekt in Wiesbaden anmelden. Die Kernelemente von WohnSelbst sind ein regelmäßiger Gesundheitsservice, verschiedene Mess- und Kommunikationsgeräte und ein medizinisches Kompetenz-Center der HSK, über das die WohnSelbst Teilnehmer rund um die Uhr mit Ärzten und Pflegepersonal verbunden sind. Die Teilnahme an WohnSelbst ist für die GWW-Mieter kostenfrei. Die medizinische Unterstützung im eigenen Heim soll nicht zuletzt Krankenhausaufenthalte reduzieren helfen. WohnSelbst gehört zu den Ambient Assisted Living-Projekten (AAL), einem relativ neuen Forschungsfeld.
250 GWW-Mieter werden in das HSK-Vorsorgeprogramm mcplus aufgenommen. 80 bis 100 von ihnen werden zusätzlich mit medizinischen Messgeräten entsprechend ihrer Erkrankung ausgestattet. Zudem bekommen sie Zugang zu einem sogenannten Smart Living Manager, den sie über den Fernseher abrufen können. Dabei handelt es sich um ein Portal zum Abrufen von Informationen zu Gesundheitsthemen oder Veranstaltungen in der Umgebung, Kontaktdaten und Angebote verschiedener Dienstleister sowie anderer Services. Die Teilnehmer übermitteln über den Smart Living Manager zudem täglich ihre Gesundheitsdaten an das medizinisches Kompetenz-Center. Dort werden die Daten von medizinischem und pflegerischem Personal überwacht. Bei Bedarf werden die Patienten kontaktiert, ein Arzt oder Pflegedienst verständigt oder Tipps zur Selbsthilfe gegeben.
Im Laufe des Projekt erhalten die 80 bis 100 Teilnehmer aus dem mcplus Programm die Bosch Telemedizin Plus-Lösung. Mit ihr entfällt die manuelle Eingabe der Gesundheitsdaten in den Smart Living Manager. Zudem ermöglicht sie den Patienten eine stärkere Einbindung in ihre Therapie.
Während der Laufzeit des Pilotprojekts wollen die Projektpartner Technik und Prozesse evaluieren und das Konzept weiterentwickeln. Die Partner sind das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST, die Robert Bosch Healthcare GmbH, die Breuer GmbH sowie die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im Din und VDE und das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut. Ziel ist es, WohnSelbst bundesweit anbieten zu können.
Quelle: www.wohnselbst.de