Mahlzeitenservice, Notrufsysteme oder ärztliche Betreuung mit Hilfe moderner Telemedizin-Lösungen ? diese und ähnliche Leistungen sollen das Leben für ältere Menschen zuhause künftig leichter und sicherer machen. Das ist das Ziel der Expertenrunde ?Gesundheitsdienstleistungen in der Wohnung."
Die ambulante Telemedizin steht an der Schwelle einer umfangreichen Nutzung in die Gesundheitsversorgung. Besonders Angebote für ältere Menschen durch niedergelassene Ärzte sind in der Entwicklung. Vertreter des Gesundheitswesens, der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, der Wohnungswirtschaft, der Deutschen Telekom, sowie des Bundesministeriums für Gesundheit stellten in Berlin am 11. September die Ergebnisse der Studie "Vernetztes Wohnen: Ausbreitung, Akzeptanz und nachhaltige Geschäftsmodelle" vor. Das Forschungsinstitut InWIS Forschung & Beratung GmbH der Ruhr-Universität Bochum hatte die Studie erstellt.
Es gelte, eine entsprechende technische Infrastruktur bereitzustellen, beispielsweise für ein Serviceportal, erklärte Lutz Freitag, Präsident des GdW. Ebenso wichtig sei es, dazu alle Akteure zu vernetzen. "Wir brauchen neue Kooperationsformen zwischen Wohnungsunternehmen, sozialen Gesundheitsdiensten, Technologieanbietern unterschiedlicher Branchen sowie Krankenkassen und Pflegekassen", sagte Freitag. "Die meisten technischen Lösungen, beispielsweise für eine telemedizinische Betreuung, existieren bereits", ergänzte Holger Hille, Leiter Länder, Kommunen & Gesundheitswesen bei der Telekom-Systemsparte T-Systems.
Entsprechende Wohnprojekte gibt es schon in mehreren Städten. Das Projekt "Wohnfortschritt" in Dortmund bietet eine barrierearme Ausstattung, Multimedia-Anschlüsse in Wohn- und Schlafräumen und einen kostenfreien 24-Stunden-Betreuungsservice. Die Mieter können über ein Bewohnerportal miteinander kommunizieren oder spezielle Pflegedienste ordern. In Karlsruhe kooperieren Deutsche Telekom und das kommunale Wohnungsunternehmen Volkswohnung in einem Projekt. Über ein bedienungsfreundliches Serviceportal haben die Mieter die Möglichkeit, Dienste von Pflegeeinrichtungen, Apotheken oder Ärzten quasi per Fingertipp von zuhause aus in Anspruch zu nehmen.
GdW und Deutsche Telekom fordern Politik und Gesundheitswirtschaft auf, die Umsetzung der Angebote für Senioren-Wohnkonzepte durch geeignete Rahmenbedingungen zu unterstützen. "Wir setzen uns auch dafür ein, dass telemedizinische Anwendungen in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden", erklärte Freitag.
Quelle: www.gdw.de