Können oder möchten Sie auch unterwegs nicht auf einen Online-Zugang verzichten? Kein Problem. Inzwischen gibt es auch außerhalb der eigenen vier Wände vielerlei Wege ins WorldWideWeb.
Von Jörg Kohler
Das Netz der Internetcafés wird stetig engmaschiger, Messen, Flughäfen, Bahnhöfe, Hotels, Restaurants oder ganze Stadtteile werden mit WLAN-Netzen versehen. In Ferienwohnungen stellen die Vermieter immer häufiger ihren eigenen Internetzugang den Gästen zur Mitnutzung zur Verfügung. Oder doch lieber mit dem eigenen Handy online gehen?
Für das Internetcafé spricht, dass kein eigenes Gerät transportiert werden muss. Für einen Blick ins E-Mail-Postfach oder die Wetteraussichten für die nächsten Tage können Sie getrost diese Variante wählen. Das Angebot an Internetcafés wird immer größer, so dass inzwischen auch in abgelegenen Gegenden Angebote zur Verfügung stehen.
Der Versand von Dokumenten ist von Internetcafés aus in den allermeisten Fällen nicht möglich, da die Laufwerke für Wechseldatenträger gesperrt sind. Möchten Sie wichtige Unterlagen in die Praxis senden oder Ihre Urlaubsfotos nach Hause schicken, so kommt das Internetcafé also für Sie nicht in Frage. Und sehen Sie dort unbedingt von sicherheitsrelevanten Anwendungen wie Online-Banking ab! Sie haben keinerlei Kontrolle darüber, inwieweit die Betreiber ihre Zugänge gegen Hackerangriffe abgesichert haben. Schnell können Ihre Zugangsdaten in falsche Hände geraten.
Möchten Sie mit Ihrem eigenen Gerät online gehen, so haben Sie die Auswahl zwischen Laptop, Handy, PDA oder Smartphone. Die größte Flexibilität, wenn auch eine etwas sperrige, gewährt Ihnen dabei das eigene Notebook, da Sie sowohl DFÜ-, DSL- (kabelgebunden oder mit WLAN) als auch UMTS/HSDPA-Verbindungen herstellen können. Hinzu kommt, dass im Vergleich zu anderen mobilen Geräten der wesentlich größere Monitor die Darstellung von Internetseiten oder E-Mailprogrammen deutlich angenehmer macht.
Wenn Sie mit Ihrem eigenen Gerät online gehen, haben Sie den Vorteil, dass in der Ihnen vertrauten Umgebung die Sicherheitsaspekte zu einem guten Teil Ihrer eigenen Kontrolle unterliegen. So können Sie mit lokal installierter Sicherheitssoftware wie Firewall und Virenscanner operieren. Bedenken Sie aber, dass öffentlich zugängliche WLAN-Netze häufig völlig ungeschützt sind und Sie deshalb auch in solchen Umgebungen auf sicherheitssensible Anwendungen wie Online-Banking unbedingt verzichten sollten. Aber auch kabelgebundene Internetzugänge bieten keine Gewähr dafür, dass die Netzwerke ausreichend gegen Spähangriffe abgesichert sind! Viele Provider bieten Ihren Kunden inzwischen europaweit Zugänge über eigene Hotspots zu Sonderkonditionen an. Eine Übersicht kann Ihnen Ihr Internetanbieter zur Verfügung stellen. Ob an Ihrem Reiseziel ein öffentliches WLAN-Netz existiert, erfahren Sie zudem in der Übersicht der Hotspot-Locations.
Die Entwicklung von Handys weg vom reinen Telefoniegerät hin zum Multimediagerät wirkt sich auch auf deren Online-Fähigkeit aus: Viele Geräte verfügen schon lange über Modems, mit denen DFÜ-Verbindungen aufgebaut werden können. Mit der entsprechenden Schnittstelle, wie zum Beispiel Bluetooth, ausgestattet, kann Ihr Laptop das Handy als kabellosen Anschluss zum Aufbau von DFÜ-Verbindungen ins Internet nutzen. Bitte beachten Sie, dass Ihnen bei DFÜ-Verbindungen häufig nicht nur die Onlinegebühren zum angewählten Provider entstehen, sondern in den allermeisten Fällen auch Telefonkosten anfallen, die vor allem bei Einwahlen aus dem Ausland zu enormen Kosten führen können!
Neben den hohen Kosten verderben nicht selten die schmalen Bandbreiten von DFÜ-Verbindungen den Online-Spaß. Wesentlich schneller sind Sie mit dem bereits thematisierten (W)LAN, UMTS oder HSDPA unterwegs, für die viele Mobilgeräte bereist standardmäßig ausgerüstet sind, oder Empfänger als Zubehör im Fachhandel erhältlich sind. Neben der deutlich schnelleren Internetverbindung spricht für die genannten Übertragungstechniken, dass die Tarifierung entweder über eine Flatrate oder am Datentransfervolumen orientiert erfolgt.
Wie für jede Funkübetragung gilt auch für UMTS/HDSPA, dass diese Technologien abgehört werden können, wenn auch bei UMTS/HDSPA eine Verschlüsselung mehr Abhörsicherheit als ein offenes WLAN-Netz bietet. Ein gewisses Risiko besteht also auch hier; bei sicherheitssensiblen Anwendungen sollte das bedacht werden.Die Versorgung in Deutschland ist inzwischen nahezu flächendeckend. Wo UMTS oder HSDPA genau verfügbar ist, erfragen Sie bitte bei Ihrem Mobilfunkanbieter. Achtung: Für die UMTS-Nutzung im Ausland erheben die Mobilfunkbetreiber gesonderte Gebühren! Informieren Sie sich deshalb am besten vor Reiseantritt über die geltenden Tarife, um vor unangenehmen Überraschungen auf der nächsten Monatsabrechnung sicher zu sein.
PDA: steht für Personal Digital Assistant und ist ein kleiner Computer im Hosentaschenformat
Smartphone: Weiterentwicklung des PDA, das sowohl Telefonie- als auch Internetdienste beherrscht
Hotspots: öffentlich zugängliche Sender für kabellosen Internetzugang (siehe auch: WLAN)
(W)LAN: basiert meist auf der DSL-Technologie. Die Daten werden per Funk von der Sendestation zum Empfangsgerät übertragen.
Bluetooth: Mit der Bluetooth-Technik können Geräte wie beispielsweise Mobiltelefone und Laptops über kurze Strecken kabellos miteinander verbunden werden.
UMTS (= Universal Mobile Telecommunications System): Mobilfunkstandard, dessen Übertragungsgeschwindigkeit die von DFÜ-Verbindungen um ein Vielfaches übertrifft
HSDPA (= High Speed Downlink Packet Access): nochmals beschleunigte Weiterentwicklung von UMTS
Übersicht Internetcafés weltweit: www.cybercafes.com
Übersicht Hotspots weltweit: www.hotspot-locations.de