Digitale Lesezeichen, Bookmarks oder Favoriten bieten viele Vorteile. Geschickt eingesetzt und verwaltet, können sie die Internet-Recherche erheblich erleichtern und effizient gestalten.
Von Jörg Kohler
Wer kennt das nicht: Nach langer Recherche mit Suchmaschinen und auf komplexen Webseiten haben Sie endlich den gesuchten Fachartikel gefunden. Einige Tage später möchten Sie nochmals auf das Dokument zurückgreifen, können sich aber an die Adresse nicht mehr erinnern. Hier schaffen Lesezeichen (englisch: Bookmarks, auch: Favoriten) Abhilfe: Durch das Markieren eines Links ist eine einmal aufgerufene Seite schnell wieder präsent.
Nicht nur das schnelle Auffinden von vorher besuchten Seiten wird durch Lesezeichen erleichtert. Auch Sie haben bestimmt einige Ecken im Internet entdeckt, die Sie regelmäßig aufsuchen: Ob Wetter, Nachrichten oder Sport: Durch das Setzen von Bookmarks können Sie Ihre Favoriten schnell und unkompliziert aufrufen. Sie müssen sich weder die genauen Adressen merken noch jedes Mal aufs Neue die URL eintippen.
Fast alle Browser stellen Möglichkeiten für die thematische Strukturierung in Ordnern und Unterordnern zur Verfügung. So können Sie im Laufe der Zeit ein umfangreiches Quellenverzeichnis aufbauen. Manche Browser wie Firefox oder Opera erleichtern bei voluminösen Bookmarksammlungen das Wiederfinden von Links durch eine Indexsuche.
Selbst Dateien oder Ordner auf Ihrem Rechner oder Netzwerk können Sie mit Lesezeichen versehen. Häufig genutzte Dokumente stehen so rasch zur Bearbeitung zur Verfügung. Die Markierung der Dateien oder Ordner erfolgt dabei nicht im Browser, sondern im Explorer von Windows. Die angelegten Bookmarks werden jedoch zusätzlich auch im Internet Explorer zur Verfügung gestellt und können auch von dort aus aufgerufen werden.
Mit Web 2.0 hat sich eine ganz neue Art von Lesezeichen etabliert: Sogenannte Social Bookmarks machen persönliche Lesezeichen der Öffentlichkeit auf speziellen Plattformen zugänglich. Die bekanntesten und meistgenutzten Vertreter sind die englischsprachigen Seiten del.icio.us und Furl. Inzwischen sind auch deutschsprachige Angebote wie icio oder Netselektor vertreten. Allen gemein ist eine Stichwortsuche, die häufig wesentlich treffsicherer als die der klassischen Suchmaschinen ist. Die eingestellten Links können mit themengebundenen Schlagwörtern (Tags) ergänzt werden, die die Suchergebnisse weiter verfeinern. Professionelle Aspekte spielen noch kaum eine Rolle, so dass die Suchergebnisse nicht durch kommerziell platzierte Links überlagert werden, die immer häufiger bei großen Suchmaschinen dominieren und die die Recherche nicht selten zum Geduldsspiel machen.
In der Browserleiste Ihres Internet-Programms finden Sie die Befehle zum Anlegen von Lesezeichen. Mit "Lesezeichen/Favoriten verwalten" legen Sie Ihre persönlichen Ordner an und sortieren diese. Mit "Lesezeichen/Favoriten hinzufügen" bestimmen Sie, welche Seite in welchem Ordner gespeichert wird.
URL = Abkürzung für Uniform Ressource Locator (wörtlich übersetzt: einheitliches Quellenverzeichnis) Meist wird der Begriff als Synonym mit einer Internetadresse und deren Untermenüs verwendet. Eine URL ist jedoch auch Adresse in einem lokalen Netzwerk, das eine Speicherstelle aufruft.
Indexsuche = Suchmethodik, die mit Schlagwörtern arbeitet. Die Suche kann sich dabei über einzelne Dokumente, Ordner, Webseiten, oder, wie im Fall von Suchmaschinen, auf weite Bereiche des Internets erstrecken.
Web 2.0 = Definiert eine recht neue Nutzungsweise des Internets. Dabei schließen sich informelle Interessengruppen zusammen, die der Allgemeinheit zugängliche Informationsplattformen zu den verschiedensten Themengebieten zur Verfügung stellen. Das bekannteste Beispiel für einen Web 2.0 Auftritt ist die Seite Wikipedia.
Netselektor (deutschsprachig)