Um Datenverlusten vorzubeugen, ist eine regelmäßige Datensicherung unerlässlich. Computerexperte Jörg Kohler erklärt Ihnen, wie Sie am besten vorgehen.
Von Jörg Kohler
Meist erweist es sich als äußerst mühsam oder gar unmöglich, verlorene Dokumente wie Geschäftsbriefe, Patientenakten oder die Adresssammlung wieder zu rekonstruieren oder neu zu erstellen. Datenverluste können unter Umständen sogar die Existenz gefährden!
Die Ursachen für Datenverluste sind vielfältig:
Wenn Sie zum ersten Mal eine Datensicherung durchführen, ist eine Spiegelung des oder der Komplettsysteme ratsam. Falls ein Rechner wegen Problemen mit dem Betriebssystem nicht mehr bedienbar ist, können Sie durch die Rückspielung des Images eine zeitaufwändige Neuinstallation vermeiden.
Sichern Sie grundsätzlich alle relevanten Dokumente. Das gilt für elektronischen Schriftverkehr, Patientendaten, Berichte etc. Neben der Sicherung des E-Mail-Verkehrs sollten Sie Ihr Adressbuch und, falls genutzt, die Kalenderfunktion nicht vergessen.
Die Datensicherung kann auf verschiedenen Medien abgelegt werden. So können Sie sich auf den Rechnern eine weitere Partition anlegen oder eine zweite Festplatte einbauen, die nur für diesen Zweck Verwendung finden. Diese Variante ist allerdings für eine verlässliche Sicherungsstrategie nicht zu empfehlen, da durch Defekte oder Beschädigungen an der Hardware auch die Sicherungskopie verloren ist.
Nutzen Sie deshalb immer externe Speichermedien. Gut geeignet sind externe Festplatten, die sehr große Kapazitäten zur Verfügung stellen. Einfacher zu transportieren sind CDs, DVDs oder gar USB-Sticks. Der zur Verfügung stehende Speicherplatz kann aber unter Umständen nicht ausreichen, so dass Sie mit mehreren Datenträgern operieren müssen. Im Schadensfall wird sich deshalb die Rekonstruktion als wesentlich zeitaufwändiger erweisen.
Große Firmen sichern ihre Daten auf Magnetbändern. Bei den relativ kleinen Datenmengen in der Arztpraxis ist diese Methode jedoch deutlich überdimensioniert. Egal für welches Medium Sie sich entscheiden: Bewahren Sie die Sicherungen immer räumlich getrennt von den Rechnern und für Dritte unzugänglich auf.
Die Sicherung des Komplettsystem empfiehlt sich vor jeder Installation von neuer Soft- oder Hardware. So sind Sie für den Fall abgesichert, dass die neuen Programme das Betriebssystem beschädigen und die Arbeit an den Rechnern beeinträchtigen oder gar unmöglich machen. Die Datensicherung sollten Sie regelmäßig durchführen. Je wichtiger die Daten sind, umso kürzer sollten Sie die Intervalle wählen.
Einige Windowsversionen bieten eine "Systemwiederherstellung" an, bei der der Rechner in einen älteren, funktionierenden Zustand zurückversetzt werden kann. Da die in der Zwischenzeit angelegten Dateien dabei verloren gehen, kann diese Option jedoch nicht als Grundlage für eine verlässliche Backup-Strategie dienen. Die Datensicherung kennt verschiedene Verfahren, die in der Praxis meistens miteinander kombiniert werden:
Sehr hilfreich sind Backup-Programme, die Sie bei der Entwicklung einer Sicherungsstrategie unterstützen und üblicherweise auch in der Lage sind, die Sicherungen zu vordefinierten Zeiten automatisiert und im laufenden Betrieb vorzunehmen. So wird Ihre Zeit nicht in Anspruch genommen und Sie können uneingeschränkt weiterarbeiten. Diese Programme eignen sich gleichermaßen gut für eine Voll- wie Teilsicherung. Bekannte Produkte sind beispielsweise "Drive-Image" oder "Norton Ghost". Das in diese Programme investierte Geld ist sehr gut angelegt!
Image = Kopie (Abbild) eines Komplettsystems oder von Dateien, die als Sicherungskopie angelegt werden
Partition = Teilbereich einer Festplatte. Die Partitionierung von Festplatten ist eine gängige Methode, um Festplatten strukturiert zu organisieren. So empfiehlt es sich, zumindest zwei Partitionen anzulegen: Die erste Partition beherbergt das Betriebssystem sowie die Softwareprogramme, auf der anderen werden die Daten abgespeichert.