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Vernetzte Praxis - Folge 2: Provider-Wahl und Zugangssicherheit

Im zweiten Teil geht es um die Wahl des Providers und wie sich die zahlreichen Anbieter am Markt in punkto Sicherheit unterscheiden.

Von Jörg Kohler

Wer seine Praxis vernetzen möchte, hat die Qual der Wahl: An die 200 Provider bieten hierzulande ihre Dienste an, und die meisten von ihnen warten auch noch mit einer Vielzahl von Tarifen auf. Um ein geeignetes Angebot zu finden, gilt es zunächst, verschiedene Zugangsarten voneinander zu unterscheiden:

  • Bei klassischen Internet-Providern wie T-Online, Arcor oder Versatel sind Sie direkt mit dem Internet verbunden.
  • Daneben gibt es Lösungen speziell für Heilberufsangehörige, die auf die besonderen Datenschutz-Verpflichtungen dieser Zielgruppe zugeschnitten sind und umfassende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Derzeit bieten drei Provider solche gesicherten Online-Zugänge an: i-motion, telemed und dgnservice mit den Portalen www.dgn.de, www.dzn.de und www.aponet-professional.de.

Der Internetzugang ist per se äußerst unsicher, da jeder einigermaßen versierte Hacker mit recht geringem Aufwand auf Ihren Rechner zugreifen kann. Der Angreifer kann unter Umständen Ihren kompletten E-Mail-Verkehr einsehen und manipulieren, Ihr Online-Banking durchleuchten oder sich gar Kenntnis von sensiblen Abrechnungs- und Patientendaten verschaffen. Dagegen organisieren Anbieter so genannter Intranet-Lösungen den Online-Zugang über ein geschlossenes, vom öffentlichen Internet abgeschirmtes Netz. Der Kontakt zum Internet erfolgt nur nach der Passage einer Sicherheitsschleuse.

Was zeichnet einen Intranetzugang nun im Vergleich zum Internetzugang aus? Ihre Rechner stehen nicht wie im Internet mehr oder weniger frei zugänglich anderen Computern gegenüber, sondern innerhalb eines geschlossen Zirkels. Dieser ist durch besondere Sicherungsmaßnahmen, deren zentraler Bestandteil eine meist serverbasierte Firewall darstellt, streng abgeschottet. Die Firewall schließt und öffnet nach einem ausgeklügelten Konzept so genannte Ports ("Türchen"), über welche die Kommunikation zwischen Rechnern oder Netzen abgewickelt wird. Höchst vertrauliche Informationen bleiben so vor Spionageversuchen von Dritten geschützt. Der Aufenthalt im Intranet und Internet ist sicher vor externen Zugriffen, weil die IP-Adressen, die jeden Netzteilnehmer eindeutig identifizieren, vom Internet aus nicht erreichbar sind.

Zum besseren Verständnis lässt sich die Konzeption eines Intranets mit einer historischen Burganlage vergleichen, die durch einen umlaufenden Wassergraben sowie hohe und dicke Mauern Angreifern den Zugang zum Burginnern verwehrt. Nur über wenige, besonders überwachte Zugänge ist der Zugang zur Burg für Außenstehende möglich. Die Regularien der Burgbewohner gewähren nur bestimmten Besuchern - und diesen nur unter strengen Auflagen - Zutritt in den inneren Bereich. Für die privilegierten Burgbewohner selbst ist die Kommunikation nach draußen in aller Regel nicht oder deutlich zurückhaltender eingeschränkt.

So groß wie die Angebote an Online-Zugängen ist auch das Preisspektrum am Markt. Generell gilt, dass arztspezifische Lösungen in der Regel etwas teurer sind als die klassischen Internetzugänge. Zu bedenken ist jedoch, dass Sie bei den Standardangeboten selbstständig Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen. Aufwand und Kosten für die Erstinstallation der notwendigen Technik (Firewall, Virenscanner) und die regelmäßigen Updates sind dabei nicht zu verachten. Bei der Providerwahl sollten die aktuell anfallenden Tarifkosten nicht das einzige Entscheidungskriterium sein: Mit Blick auf die künftige Telematikinfrastruktur empfiehlt es sich, darauf zu achten, ob der gewünschte Anbieter seine Leistungen auf den Gesundheitsmarkt ausrichtet oder ausrichten wird - damit sich Ihre Investitionen auch langfristig auszahlen.

 

Begriff Erläuterung
Provider Stellen technisch den Zugang zum Internet bereit und bieten zudem Dienste wie beispielsweise E-Mail oder die Platzierung einer eigenen Homepage an.

 

 

Hacker

Technisch hochversierter Angreifer, der Sicherheitslücken von Rechnern oder Netzwerken ausnutzt, um auf Daten zuzugreifen, die auf den attackierten Systemen hinterlegt sind.

 

 

 

Intranet Ein internes Netzwerk, das zwar auf Internettechnologie basiert, aber vom öffentlichen Internet abgeschirmt ist und auf hausinternen Servern (-> Server) angesiedelt ist.

 

 

 

 

IP-Adresse (= Internet-Protokoll-Adresse). Dient der eindeutigen Identifizierung eines Rechners in einem Netzwerkverbund und als Ihre "Hausnummer" im Netz, denn sie ist die Empfangs- und Sendeadresse für Datenpakete.

 

 

 

Firewall Schutzschild, um Angreifern (-> Hackern) den Zugriff auf Netzwerke oder Rechner zu verwehren.

 

Ports 

 

 

 

"Türen", über die sämtliche Kommunikation aus dem und ins Internet abgewickelt wird. Jede Anwendung nutzt einen eigenen Port. Ports werden durchnummeriert.
Server  Zentralrechner, der verschiedenste Aufgaben erfüllen kann. Klassisch in Firmennetzwerken, in denen Server vor allem als Speicherplatz für Dokumente dienen. Im Artikel wird die serverbasierte Firewall zitiert, bei welcher der Server die Einstellungen der Firewall organisiert.

 

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