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Gesundheitsverbund West: E-Akten

Der Gesundheitsverbund West ist eine der größten Ärztegenossenschaften Deutschlands. Der 2007 gegründete Verbund führt die ständig wachsende Zahl von Ärztegenossenschaften und Praxisnetzen in Nordrhein- Westfalen zusammen. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, Patienten besser zu versorgen, Gesundheitsausgaben zu senken und die Wirtschaftlichkeit der Praxen zu sichern. Bei der Industrialisierung der Informationsprozesse setzt der Verbund auf hochsichere Vernetzungstechnologie.

Der Gesundheitsverbund West ist eine der größten Ärztegenossenschaften Deutschlands. Der 2007 gegründete Verbund führt die ständig wachsende Zahl von Ärztegenossenschaften und Praxisnetzen in Nordrhein- Westfalen zusammen. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, Patienten besser zu versorgen, Gesundheitsausgaben zu senken und die Wirtschaftlichkeit der Praxen zu sichern. Bei der Industrialisierung der Informationsprozesse setzt der Verbund auf hochsichere Vernetzungstechnologie.

Bereits 2.500 Ärzte in Nordrhein-Westfalen haben sich dem Gesundheitsverbund West (GV West) mit Sitz in Leverkusen angeschlossen. Die Kooperation bietet zahlreiche Anreize. So wird durch die optimierte Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern, Diabetes- und Wundzentren sowie weiteren Akteuren wertvolle Zeit gespart ? Zeit, die die Ärzte in die Behandlung chronisch kranker Menschen investieren können. Den Krankenkassen erspart die integrierte Versorgung hohe Folgekosten etwa von Diabetes, Demenz, Herzkrankheiten oder Bluthochdruck. Dank Ärztekooperation werden unnötige Krankenhausaufenthalte vermieden,und viele Kassen sind deshalb bereit,stärker in die Versorgung chronisch Kranker zu investieren.Wer chronisch Kranke versorgt, kann besser wirtschaften.

Die elektronische Vernetzung ist der entscheidende Erfolgsfaktor für den Gesundheitsverbund. Technisches Herzstück ist ein Aktenserver mit den gespeicherten Röntgenbildern, Arztbriefen, Laborwerten, Patientenakten und Behandlungsleitlinien. Die angeschlossenen Arztpraxen stehen durch eine hochsichere VPN-Datenleitung (Virtual Private Network) mit dem Aktenserver in Verbindung, der sich im Rechenzentrum der DGN Service GmbH in Düsseldorf befindet. Der IT-Dienstleister ist als 100-prozentige Tochter der Deutschen Apotheker- und Ärztebank auf das Gesundheitswesen spezialisiert. Datensicherheit ist das oberste Gebot, Patientendaten werden ausschließlich verschlüsselt gesendet.Der Aktenspeicher ist nicht direkt aus dem Internet erreichbar und so vor Hackerangriffen geschützt. Er läuft im hochverfügbaren Modus und lässt sich dynamisch an steigende Anforderungen anpassen.

Vom zentralen Aktenserver können die behandelnden Ärzte schnell und unkompliziert Informationen eines Patienten abrufen, um eine effektive Behandlung zu gewährleisten. Traditionell kommunizieren Haus- und Fachärzte per Arztbrief über die Behandlung eines Patienten. Bisher verbringen Arzthelferinnen deshalb täglich oft mehr als zwei Stunden damit, Arztbriefe zu faxen, auszudrucken, einzuscannen und in die Praxissoftware einzuspeichern. Mit dem digitalen Arztbrief, der direkt in die Patientenakte auf dem Server eingespeist wird, beschleunigt sich der Austauschprozess erheblich. Röntgenbilder erscheinen auf Wunsch augenblicklich auf dem Bildschirm des behandelnden Arztes. Mit seiner persönlichen Chipkarte erlaubt der Patient den Zugriff auf seine Daten.

Ein zentrales Element der Kooperation ist die Befolgung der Patientenleitlinien. Diese Therapieempfehlungen für chronisch kranke Menschen stammen von medizinischen Fachgremien und stellen einen optimalen Versorgungsprozess für die Patienten sicher ? die rechtzeitige Überweisung zum Facharzt, eine erprobte, kostengünstige Medikation, eine nachweislich wirksame Therapie usw. Als überflüssig betrachtete Behandlungen

werden ausgeschlossen. Ruft der behandelnde Arzt die Patientenakte vom Server ab, erscheint sogleich die entsprechende Leitlinie und damit auch die Information, für welche Behandlungsschritte eine Kostenübernahme mit der Krankenkasse des Patienten ausgehandelt wurde. Lange Wartezeiten für eine Genehmigung durch die Krankenkasse entfallen damit ? so werden Patienten schneller behandelt und schneller gesund.

Der Beitrag ist erschienen im F.A.Z.-Managementkompass "Industrialisierungsmanagement" März 2009 unter der Rubrik "Best Practice"

 

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